Zucht
Wir versuchen nach den Richtlinien
des Vereins zur Förderung der Auerochsenzucht - VFA e.V. die
gewünschten Merkmale des "Auerochsen" noch zu verstärken.
Deshalb halten wir nur ausgewählte Tiere aus dem Zuchtbuch
A, die in ihrem Aussehen (Phänotyp) dem Urrind schon
sehr nahe kommen. Folgende Merkmale müssen u. a. züchterisch
noch herausgearbeitet werden: Steigerung von Körpergröße,
-gewicht und -form, die lyra-ähnliche Hornform mit einem kleinen
Schwung am Ende nach oben.
Ein
Vergleich der beiden Abbildungen unten zeigt deutlich die vorher
angesprochenen beiden Zuchtziele: Körpergröße und
Hornform.

Phänopyp
"Auerochsen"
sind schlanke, nicht auf Fleischmasse gezüchtete Tiere. Das
Körpergewicht der Kühe beträgt c. 600 kg, Stiere
erreichen ca. 900 kg.
An
Kopf und Schulter tragen die Kühe ein dunkelbraunes bis schwarzes
Fell, nach hinten wird es hellbraun bis rötlichbraun. Die Stiere
sind durchgehend schwarz gefärbt. Über den Rücken
verläuft ein heller Aalstrich. Ein deutlicher Wechsel zwischen
kurzem, glattem, glänzendem Sommer- und langem, zottigem Winterfell
ist typisch. Auffällig ist das weiße Flotzmaul (Mehlmaul).
Kälbchen werden mit hellbraunem Fell geboren. Der Farbwechsel
beginnt nach 2 3 Monaten vom Kopf ausgehend nach hinten.
Die Stirnlocke bleibt hell.
Stiere und Kühe unterscheiden sich durch einen deutlichen Geschlechtsdimorphismus.
Dieser liegt nicht nur in der Fellfarbe vor, sondern auch in Größe
und Gewicht. Haben die männlichen Tiere eine Widerristhöhe
von größer als 160 cm, so beträgt diese bei den
Kühen nur 140 cm. Stiere besitzen eine wesentlich stärkere
Nackenmuskulatur.
Die Dicke, Länge und Spannweite der Hörner ist ebenfalls
stark unterschiedlich. Die Mittelwerte sollen bei Stieren in obiger
Reihenfolge betragen: 34 cm, 63 cm, 84 cm. Bei den Kühen sollten
die Werte 23 cm, 42 cm und 62 cm erreicht werden.
Bei beiden Geschlechtern sollen die Schleimhäute und die Zunge
schwarz sein.
Verhalten
"Auerochsen"
werden auf Robustheit gegenüber Kälte und Wärme gezüchtet.
Obwohl wir einen Unterstand vorhalten, wird er von den Tieren nicht
angenommen. Selbst im Winter, bei über -20°C sind sie Tag
und Nacht draußen auf der Weide, geschützt durch ihr
äußerst dichtes Unterfell und ihr langes Deckfell. Im
Sommer ruhen sie gerne auf Grasnarben, unter Bäumen und in
Hecken. Im Unterstand wurden sie bisher nur zur Futteraufnahme angetroffen.
Was sie auf jeden Fall brauchen, ist ausreichend frisches Trinkwasser.
Sie versorgen sich bei uns selbst aus Weidepumpen (im Winter beheizt
und mit Thermohaube), Tümpel und Bächen.
Die Kühe sind leicht gebärend. Vor der Geburt sondern
sie sich von der Herde ab und vertreiben alles, was zu nahe kommt.
Für Unachtsame kann dies sehr, sehr gefährlich werden,
denn das Aggressionsverhalten ist erheblich gesteigert.
Die
Tiere sollten Fremden gegenüber ein natürliches Fluchtverhalten
zeigen.