Das Donaumoos :  GEOLOGIE und GEOGRAPHIE

 

 

 

 

 

   
         
Entstehung und Lage    
 

Vor 10 Millionen Jahren, zum Ende des Tertiärs, bildete sich durch mehrere Meeresvorstöße das sog. Ingolstädter Becken, ein Molassebecken aus Meeressedimenten. Durch die Auffaltung der Alpen senkte es sich von Süd-Westen nach Nord-Osten, seit dieser Zeit fließt das Wasser aus dem Donaumoos auch in diese Richtung. Die Ur-Donau bog am Ende des Tertiärs von Westen kommend bei Rennertshofen nach Norden ab, in Richtung Dollnstein, zum heutigen Altmühltal.

Donauverlauf im Pliozän

Für die Entwicklung des Donaumooses war die Laufverlegung der Donau nach Osten von entscheidender Bedeutung. Vor ca. 100 000 Jahren (Rißeiszeit) durchbrach sie den Albvorsprung westlich von Neuburg und bildete am Ende des Engtals einen gewaltigen Schwemmfächer. Dieser schwenkte mit seinen Erosions- und Transportkräften nach Süden aus und verstärkte dadurch die Ausräumung des Donaumoosbeckens.


Laufverlegung der Donau (Bilder aus Neuburger Kollektaneenblatt, Jahrbuch 130/1977)

Die zur Donau fließenden Bäche unterstützten die Bildung des Donaumooses. Zur Würmeiszeit (vor 10 000 Jahren) kam es zu Schotterablagerungen, die die Entwässerung in die Donau behinderten. Das Wasser der Donaumoosbäche breitete sich flächig aus. Es entstand ein riesiges Überflutungsgebiet, das allmählich verlandete. Die abgestorbenen Pflanzen konnten wegen Sauerstoffmangel nicht verrotten. Sie ließen das Moor wachsen. Der Moorzuwachs betrug 1mm pro Jahr und erreichte eine maximale Mächtigkeit von 10 m (in der Nähe von Pöttmes). Das größte Grundwasser- oder Niedermoor Südbayerns entstand. Es liegt im Städtedreieck Neuburg/Donau, Schrobenhausen und Ingolstadt.

Vor ca. 200 Jahren war das gesamte Gebiet noch eine unzugängliche Moorlandschaft, das nur an den Rändern als Weidegebiet genützt wurde. Ab 1795 wurde das Donaumoos zunehmend entwässert und planmäßig besiedelt. Es entwickelte sich eine nahezu ebene Agrarlandschaft mit charakteristischen künstlichen Entwässerungsgräben und typischen kilometerlangen geraden Straßen mit seinen Straßendörfern.
Künstlicher Entwässerungsgraben         Straßendorf

Auf Grund der 200 Jahre langen landwirtschaftlichen Nutzung entstandenen allmählich stark verdichtete Torfböden, die nur noch wenig Wasser aufnehmen können. Dadurch sammelt sich Niederschlagswasser an der Oberfläche und in den gefälleschwachen Grabensystemen.

Die Folgen sind:
-Überflutungen
-lokale Staunässe
-schnelle Grundwasserabsenkung in trockenen Perioden
-verminderte Wasserrückhaltung
-starke Schwankungen des Grundwasserstandes

 
 
 
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